Dokumentationszentrum Obersalzberg

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Den international ausgeschriebenen, zweistufigen Wettbewerb für die Erweiterung des Dokumentationszentrums Obersalzberg gewann das Architekturbüro Aicher ZT Gmbh zusammen mit

dem Überlinger Freiraumplanungsbüro Planstatt Senner.

Das Team wurde von einer hochkarätigen Jury aus 90 Teilnehmern einstimmig zum Sieger erklärt.

Besonders der sensible Umgang mit dem geschichtsträchtigen Ort überzeugte das Komitee. Die Entmystifizierung des Obersalzberges sei ein wichtiger Aspekt des Wettbewerbes gewesen.

So stellt auch der Direktor des Institutes für Zeitgeschichte in München, Prof. Andreas Wirsching fest: „Der Entwurf verzichtet auf den Versuch falsche Authentizität zu erwecken.“

„Das Modell verbindet Einfügen in die Landschaft vor Ort mit Funktionalität, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und energiesparenden Bauen“, begründet Finanzstaatssekretär Johannes Hintersberger die Entscheidung der Fachjury. Die Qualität des Entwurfes liege außerdem in der guten Orientierungsmöglichkeit zwischen den einzelnen Funktionsbereichen.

Mit dem Bau soll spätestens 2016 begonnen werden.

Der Entwurf sieht eine subtile, fließende Verbindung von Architektur und Landschaft vor.

Die bestehenden Stützmauern werden thematisiert, Landschaftsschlitze strukturieren, gliedern und belichten das Projekt, von dem ein Großteil unterirdisch geplant ist.

Vom zentralen Foyer aus werden Ausstellungsflächen und Bunker in einem Rundgang erschlossen. Eine direkte, punktuelle Anbindung an das Tageslicht am Ende des Bunkers soll einen starken Akzent setzen.

Das bestehende Dokumentationsgebäude wird zukünftig als Bibliothek genutzt werden und ist im Untergeschoss, das durch die Hanglage natürlich belichtete Seminarräume birgt, mit dem Neubau verbunden.

Die sichtbaren Außenwände sind monolithisch aus gestocktem Sichtbeton vorgesehen. Der Zuschlagstoff aus Untersberger Marmor schafft eine Verbindung zu den historischen Natursteinwänden, die das Gelände prägen.

 

Das Dokumentationszentrum Obersalzberg umfasst eine ständige Ausstellung des Instituts für Zeitgeschichte über die Geschichte des Obersalzbergs und die NS-Diktatur.

Der Obersalzberg in Berchtesgaden diente Adolf Hitler als Feriendomizil. Ab 1933 wurde er als zweiter Regierungssitz neben Berlin stetig ausgebaut und durch Zwangsverkäufe und Enteignungen erweitert. Nach Kriegsende wurde der Berghof und ein Großteil der anderen Gebäude abgetragen und 1999 ein NS –Dokumentationszentrum am  Gelände eröffnet. Dieses umfasst die Geschichte des Obersalzberges, NS Zeit, 2. Weltkrieg und die Gräueltaten des Regimes. Ein Teil der noch erhaltenen Bunkeranlage kann besichtigt werden. Aufgrund des großen Besucherandranges und der dringend benötigten Räume für Forschung und Seminare soll die Ausstellungsfläche des Dokumentationszentrums von derzeit 300 m² auf 1200 m² erweitert werden.

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